Verwandtenbesuche

Es ist halt schön,

Wenn wir die Freunde kommen sehn. -

Schön ist es ferner, wenn sie bleiben

Und sich mit uns die Zeit vertreiben.

Doch wenn sie schließlich wieder gehn,

Ist's auch recht schön.

Stimmt genau so und kann ich nur unterschreiben. Die Schwiegermutter hat sich für 4 Wochen angekündigt – ich sag noch ganz großspurig: „kein Problem, bleib so lange wie du magst, im schlimmsten Fall sagen wir dir schon, wenn du in ein Hotel gehen sollst.“

Der schlimmste Fall trat an Tag 3 ein, als sie mit unseren Katzen bzw. deren Flöhen nicht mehr unter einem Dach leben wollte. Also wir alle früh am Morgen nach Kompromissen gesucht – die Katzen ziehen unter die Treppe, die Schwiegermutter bleibt. Es hat viele kleinere und größere Kompromisse erfordert, ehe wir uns aneinander gewöhnt und einen Weg gefunden hatten, miteinander umzugehen. Jetzt sind wir in Woche 3, sie bringt das Baby zum Lachen, füttert es mit einer Engelsgeduld und macht sich im Haushalt nützlich. Wir haben unseren Umgang miteinander gefunden und uns fast ein wenig aneinander gewöhnt. Wenn man nicht gegen alles angeht, was sie sagt und die Marotten akzeptiert (so wie sie die unseren akzeptiert), dann ist es sogar angenehm mit ihr. Dann bekommt die Idee eines Mehrgenerationenhauses gleich wieder eine neue Dimension und eine andere Tiefe. War sie am Anfang dieser 4 Wochen eher beängstigend, ist es doch eigentlich auch eine schöne Idee, auf die Erfahrung der älteren Generation zurückzugreifen. Auf die Gelassenheit und die Ausdauer, auf Erfahrungen und die Ideen, auf die Geschichten und die Neugierde. Aber wäre ich denn bereit, mein Leben umzukrempeln und mich komplett auf einen anderen Menschen, der nicht mein Partner ist, einzustellen? Wäre ich bereit, mich so oft zurückzunehmen, des lieben Friedens willen? Hätte ich Lust auf dieses Mehr an Nähe?

Zum Glück muss ich darüber noch nicht nachdenken. Sie steht auf eigenen Beinen und fest im Leben. Aber immerhin sind diese 4 Wochen nun mal ein guter Denkanstoß, wie ich mein Leben gestalten möchte – und wie ich mit der Generation vor mir umgehe. Ich freue mich drauf!

 

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