Brothers in Arms

Ich kann dich anrufen mitten in der Nacht – auch, wenn du mal gesagt hast, du seist nicht das Fräulein von der Post. Du stehst mir mit Rat und Tat bei Seite, wenn ich dich um etwas bitte, dann ist es erledigt und ich muss nicht mehr nachfragen. Du bist da, ganz einfach, ohne groß Aufhebens drum zu machen und ohne mir etwas aufzurechnen. Schon Dienstag freue ich mich auf Freitag und unser obligatorisches Wochenendtelefonat. Nur das Nötigste – unter einer Stunde kommen wir nie weg. Du bist dann ganz nah, dicht dran, keine 10.000km weit weg. Du bist sowieso da, immer, in meinem Herzen, in meinen Gedanken, in meiner Welt.

Ich denke oft dieser Tages an diesen einen Abend, an dem du eine Horde Teenager vom Ärzte oder Tote-Hosen-Konzert abgeholt hast. Verschwitzte, kreischende, aufgekratzte Mädels und du mitten drin. Du warst nur wenig älter als ich heute und ich frage mich manchmal, wie du dich so gefühlt hast. Hole ich heute Teenager irgendwo ab, dann fühle ich mich selbst noch nicht alt, nicht so erwachsen, wie ich zuweilen scheine. Ich denke oft: „krass, ich kann ja Auto fahren“ und Dinge entscheiden und ich habe eine Kreditkarte und kann abends Nutella essen, ohne mir die Zähne putzen zu müssen.

Wir hörten Dire Straits, 3 Lieder nach dem Einsteigen später und wir waren alle eingeschlafen. „Brothers in Arms“ – das großartige Gitarrensolo aus den Lautsprechern und ich schaute verschlafen zu dir und du hast gedankenverloren mitgesummt und in dem Moment wünschte ich mir, ich würde eine so großartige Mutter und Frau werden, wie du es bist.

Eine, die für ihre Prinzipien einsteht. Eine, die einsichtig ist, neugierig, nicht nachtragend und vor allem lebenslustig. Du warst (und bist) mir nie peinlich. Ich mag deinen Humor, dein Gedächtnis und die Fähigkeit, das richtige zu sagen in jeder Situation!

Und ist es nicht auch passend, dass ich ein Bild von dir an meiner Kühlschranktür habe – wo du doch so gern isst und vor allem dich nicht selbst geißelst.

In Gedanken bei dir bin ich ganz oft!!!

 

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