Knecht Ruprecht

…wenn ich aufgestanden bin, lauf ich schnell zum Teller hin, lustig, lustig, tralala, heut ist Nikolausabend da.

Wenn ich an Knecht Ruprecht denke, fällt mir als erstes der Hund von den „Simpsons“ ein. Der hieß auch Knecht Ruprecht und war so ein windschnittiger kleiner Brauner. Als ich dann mal die Geschichte des Knecht Ruprechts nachlas, erkannte ich, dass es sich um einen eigentlich recht bösartigen Gesell handelt, der in der Geschichte seinesgleichen sucht und mit allerlei, vor allem lustigen, Namen behaftet war.

Hier der Auszug, der so bei Wikipedia zu finden ist: Während der eine [Nikolaus, Anm. des Bloggers] als Himmelsbote agiert, steht der andere [Knecht Ruprecht, Anm. des Bloggers] als Höllenvertreter oder geradezu „gezähmter Teufel“, der die drohende und strafende Rolle übernimmt. Während im ausgehenden Mittelalter der Name „Knecht Ruprecht“ noch lange nicht überall bekannt war, sondern jeweils nach den örtlichen Befindlichkeiten Belznickel, Beelzebub oder einfach nur schlichtweg Teufel genannt wurde, geht die Bezeichnung Knecht Ruprecht auf Figuren aus dem Alpenvorland oder aber aus Thüringen zurück und verbreitete sich so zur mittlerweile bekanntesten Figur.

Jacob Grimm meinte, dass Ruprecht – wie der Name – auf das althochdeutsche hruodperaht ‚Ruhmglänzender‘ und damit in die Nähe des germanischen Gottes Wotan verwies oder dass er Diener (Knecht) der Göttin Holle war. In der heutigen Forschung werden solche etymologische Herleitungen verworfen. Man geht vielmehr davon aus, dass der Name auf Brauchfiguren aus dem Alpenland verweist. Die Herleitung aus rûhperht ‚rauhe Percht‘ beinhaltet eine Verbindung zu winterlichen Umzugsgestalten, die vorwiegend an Epiphanie auftreten. Eine Verbindung besteht in Gestalt der Frau Perchta. Allerdings lassen sich genauere Herleitungen aufgrund der Quellenlage nicht bestätigen.

Die verschiedenen Gestalten des Knecht Ruprecht haben ihren Ursprung im spät¬mit¬tel¬al¬ter¬lichen Kinderschreck. Seit dem 16. Jahrhundert, verstärkt im 17., kursierten Flugblätter mit Schreck-figuren, die als zusätzliches Mittel der elterlichen Erziehung die Kinder zu Frömmigkeit mahnten. Am häufigsten verbreitet war der Kinderfresser, wie er beispielsweise heute noch als Kindlifresser an einem Brunnen im schweizerischen Bern zu sehen ist. Die Figur geht auf eine im 16. Jahrhundert in Italien entstandene Vorstellung zurück, in der der Teufel die Seelen der Sünder verschlingt. Der Kinderfresser, oftmals auch in Begleitung einer Butzenbercht, drohte den unfrommen Kindern in grausamen Versen, sie mitzunehmen, aufzuschlitzen, bis aufs Blut auszupeitschen oder gar aufzufressen. Wie Knecht Ruprecht trugen beide Figuren, der Kinderfresser und die Butzenbercht, einen großen Sack oder Korb, worin sie die Kinder zu stecken versuchten. Auf Grund dieser Verhältnisse ist der Weg insbesondere der Butzenbercht zum Knecht Ruprecht nicht weit, entstammen beide der Gattung der Perchten. […]

Ich meine, bei den amüsanten Bezeichnungen, Gattungen und Namen braucht es zum Nikolausfest doch eigentlich nichts mehr außer einem guten Kaffee, einem Schokoweihnachtsmann und einer guten Lektüre, oder? Da sind der Spaß, die gute Laune und das Lächeln im Gesicht doch vorprogrammiert. Lustig, lustig, tralalalala…

 

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