Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad...

…naja, nicht wirklich, aber sie könnte es. Meine Oma ist cool. Frau Holle kann einpacken gegen meine Oma. Friss Dreck, Frau Holle!

Warum meine Oma so cool ist? Weil sie lacht wie ein kleines Mädchen. Sie kichert, so richtig doll. Meine Oma erinnert an eine Märchenoma.

Wenn ich an Oma denke, dann habe ich zwei starke Erinnerungen (neben ganz vielen anderen).

Die eine ist, wie ich mit Oma vor ungefähr 15 Jahren zum Ballett gehe in die Komische Oper in Berlin. Wir haben uns beide raus gebrezelt und stehen an der Reling in der ersten Etage. Wir haben beide einen Sekt im Anschlag und schauen uns die anderen Menschen an. „Guck mal die“, sagt Oma und zeigt auf eine Dame, die offenbar gerade beim Friseur war und sich in ihr bestes Kleid geworfen hat. Irgendwas an der Dame ist eigenartig – es ist ihr Gang und die Farbe der Haare. „Die ist viel zu alt für so ein Kleid“, sagt Oma und meint die Knielänge. Das Kleid endet knapp überm Knie. Omas Kleid ist etwas länger. Die Dame ist nur 2 Jahre jünger als Oma. Wir haben gekichert wie kleine Mädchen über diese „alte Tante und ihre verwurschtelte“ Garderobe.

Die andere Erinnerung an meine Oma ist, als ich zwei Wochen bei ihr gewohnt habe. Ich war 14, bestes rebellisches Teenager-Alter und jeder andere dachte: „Ach du Schande, du Arme!“ Ich aber empfand es als Segen bei Oma zu sein. Wir spielten Kniffel bis spät in die Nacht, morgens vor der Schule machte sie mir heiße Schokolade und wartete immer mit dem Mittag auf mich. Trotzdem ich tun und lassen konnte, was ich wollte, behandelte ich meine Oma immer mit Respekt und Anstand. Als ich eine Freundin zu Besucht hatte, machte Oma uns extra Blechkuchen. Die Freundin sagte: „deine Oma ist wie aus einem Märchen.“ Meine Märchenoma.

 

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