Schwesternschaft

Hätte ich eine Schwester, so würde ich mir eine wie dich wünschen.

Du bist inspirierend, eroberst lächelnd die Welt. Selten habe ich jemanden wie dich kennengelernt. Und das Beste daran ist, dass wir uns trafen, als wir beide eigentlich schon aus dem Freundinnen-machen-Alter heraus waren. Und wir hatten uns beide nicht auf dem Zettel, und irgendwie ist es dann doch passiert.

Ich fand dich toll und sexy, dein Lachen hat in mir nachvibriert, deine Locken, Mrs Goldylocks, wirbelten durch meine Welt. Du bist nicht schön im klassischen Sinne, aber schön wenn du lachst und dich bewegst, wenn du denkst und wenn du weinst.

Dass man uns zum Beispiel als letzte aus Bars kehren musste, werde ich nicht vergessen. Und wir wunderten uns noch, warum um uns herum die Stühle hochgestellt werden, mitten in der Woche, kurz nach Mitternacht. Wir bekamen nichts mit, weil wir in Gespräche vertieft waren. Über Gott und die Welt, im wahrsten und reinsten Sinne des Wortes. Seit ich dich kenne, weiß ich, dass ich glauben kann, ohne an Gott zu glauben. Dir habe ich provokante Fragen stellen können und du bist nicht zurück geschreckt, hast dich nicht gescheut, mir zu erklären, wie das funktioniert mit der Religion bzw. den Religionen. In gewisser Weise hast du mich missioniert.

Und ich dich – wie du an deine Grenzen stößt, Dinge tust, die früher undenkbar waren. Wie du dich geändert hast, verändert, nicht unbedingt zu einem besseren oder schlechteren Menschen, aber einfach weiter entwickelt. Und nur, weil du nicht hier bist, bei mir und meinen Alltag mit mir bestreitest, heißt das nicht, dass ich nicht an dich denke, dich in meinem Herzen trage und du nicht bei mir bist. Du bist bei mir, oft genug und ich höre dein Lachen und sehe deine Locken, deine grünen Gummistiefel und deinen ungewöhnlichen Kleidungsstil. Deine Mammutschichten im Büro und deine Tauschgeschäfte – all das wohnt in mir, ist ein Teil von dir und von mir und du bist mir eine wahre Schwester!

 

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