Life is short, but sweet for certain

Ich habe Tickets ergattert. Für die Dave Matthews Band. Ich denke an dich, den ganzen Abend lang. Ich trage dich im Herzen und erinner‘ mich daran, wie du mich an diese tolle Musik gebracht hast. Because life is short but sweet for certain.

Wenn das Saxophon singt, denke ich jedes Mal an dich und frage mich, wo du wohl gerade steckst, was du machst und wie es dir geht. Wie geht es dir?

Ich war dir vielleicht nie die Freundin, die du gern gehabt hättest. Aber ich war dir eine Freundin, in irgendeiner Art und Weise, sonst wären wir nicht immer wieder in tollen. Lustigen Situationen gelandet.

Ich war nicht da, als du deinen Sohn bekamst. Ich habe dir nie die Fragen gestellt, wie man sie als Freundin sicherlich stellen sollte.

Wie war die Geburt, wie hast du die ersten Monate erlebt, wie fühlst du dich als Mutter? Erst seit ich selber eine bin, interessiere ich mich dafür.

Egoistisch von mir? Vielleicht. Ignorant? Auch, sicherlich. Aber anders war mir das gerade nicht möglich, in dem Moment. Erst jetzt verstehe ich dich in vielen Dingen, dass du es anstrengend gefunden hast, mit Kind und Kerl. Dass die ersten Monate so anders sind als alles, was du dir vorgestellt hast. Besser, schlechter, anstrengender, intensiver.

Und jetzt sitze ich da, am anderen Ende der Welt und höre diese wundervolle Musik, diesen Teppich aus Saxophon, Geige und Gitarren, den Drummer, der sein Instrument verprügelt und es klingt so sanft in meinen Ohren.

Es erinnert mich an einen Abend im Februar bei dir daheim, nach viel Alkohol haben wir meinen offensichtlichen Liebeskummer ertränkt – und den deinen, von dem wir beide nicht wussten, dass du ihn hattest.

Ich erinnere mich an den Tag, Jahre vorher, als du mir ein Blatt in meine Schambehaarung rasiert hast.

Ich erinnere mich an einen Abend auf dem Weg zum Cake-Konzert, als wir deinen und meinen Wohnungsschlüssel in deiner Wohnung vergessen hatten und bei deinem Bruder schliefen – in den ich nicht ganz so heimlich verknallt war.

Dass ich mich nie melde, heißt nicht, dass ich nicht an dich denke. Dass du so wenig von mir hörst, heißt nicht, dass ich dich nicht im Herzen trage. Dass unsere Wege nicht mehr parallel laufen, heißt nicht, dass sie sich nicht wieder treffen.

Vielleicht ist das der Anfang?

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Franziska Presber (Dienstag, 31 Dezember 2013 10:43)

    Ich vermiss dich auch.