Stille Nacht..heilige Nacht?!

Muss ich mich verrückt machen, eine Nacht vor dem Ende des Maya-Kalenders? Nö, beschliesse ich und denke noch mal an meinen Ausflug nach Coba zurück. Das ist eine mexikanische Stadt, nein, sorry, DIE mexikanische Stadt, wo die Mayas ihren Circle geschrieben habe - und wo der Anfang vom Ende beschlossen bzw. beschrieben wurde.


Was aber, wenn die Jungs einfach keine Steinplatten mehr hatten, um weiterzuschreiben? Was, wenn der Klotz oder Stiessel oder wie das Ding heisst alle war und aufgebraucht? Was, wenn die einfach keine Lust mehr hatten, zu arbeiten, in die nächste Pinte gegangen sind und dann einfach vergessen haben, weiterzuschreiben. Oder denen ist was dazwischen gekommen? Hat da schon mal jemand drüber nachgedacht?

Ich für meinen Teil schon und ich fände es schön, wenn sich morgen etwas ändert. Obwohl sich in meinem Leben zumindest ab dem nächsten Jahr so oder so einiges ändert, mit oder ohne Mayas - aber dazu an dieser Stelle ein anderes Mal mehr.

 

Weil ich aber auch literarisch um die Mayas nicht drum herum gekommen bin, will ich das Ende meines aktuellen Literatur-Babys teilen - wenn ich das Buch dann im nächsten Jahr auf den Markt bringe, dann kann ich mit dem Ende natürlich nicht mehr um die Ecke kommen, weil das Ende einfach total 2012 ist.

 

Hier ist es also...

 

Ach so, da der Anfang noch nicht klar bzw nicht veröffentlich ist, hier eine kurze Personeneinführung:

Hiltje (Schlittenbohm), Greta (Kowalski) und Opa (Horst) Klawuttke sind, neben anderen, Einwohner in einem Seniorenheim, in dem ein Bankräuber gefunden wird.

Schwester Inrgid fängt mit dem eine Liaison an.

Angelika Liebling ist die Leiterin vom Heim und die Mutter von Schwester Ingrid, was aber keiner weiss.

 

Mehr Details und Verstrickungen gibt es dann im fertigen Roman…

 

 

Ende – Version 1 (für die Weltuntergangstheorienliebhaber)

Langsam und bedächtig schoben sich die Damen in den Speiseraum, den die Pflegerinnen liebevoll hergerichtet hatten. Passend zur Weihnachtszeit hatte Schwester Ingrid den Baum geschmückt, in diesem Jahr waren die Kugeln ganz besonders schön gewienert und auf Wunsch eines einzelnen Bewohners – Terror-Horst, wie er mittlerweile unter dem Pflegepersonal genannt wurde, weil Ingrid ihre Klappe nicht halten konnte – hatten die Damen der Residenz „Regenbogen“ auch extra langes Lametta eingekauft und auf den Baum gelegt.

Jeder Tisch beherbergte ein Weihnachtsgedeck mit einem bunten Teller, auf denen sich Lebkuchenherzen, Dominosteine und von Frau Liebling selbstgemachte Plätzchen tummelten. Die mit Kokos waren am leckersten und demzufolge auch schnell alle. Unter den Bewohner wurde diese Plätzchen dann immer wie Gold gehandelt und gegen andere Leckereien eingetauscht. Hoch im Kurs standen die verbotenen Weinbrandbohnen, die Gretas Kinder einschmuggelten, es wurden aber auch gern gegen „Edle Tropfen in Nuss“ oder „Mon Cheri“ getauscht. Wichtig war, dass alles unter Ausschluss des Pflegepersonal stattfinden musste und so traf man sich meistens abends nach dem alljährlichen Weihnachtscanasta im Vorraum des Speisesaals um die alkoholischen Schätze gegen Kokosplätzchen zu tauschen. Dass man Frau Liebling auch einfach fragen konnte, mehr von den Kokosdinger zu backen, stand irgendwie außer Frage.

Nachdem sich alle hingesetzt hatte, was natürlich nicht ohne lautes Geschnatter, Stuhlgescharre und Gehhilfengeknarre von statten ging, wurde mit viertelstündiger Verspätung der Abend gestartet. Auch diese gehörte irgendwie zum Weihnachstcanasta dazu und de Abend eher beginnen zu lassen stand auch ausser Frage.

‚Es gibt eben Dinge, die ändern sich nie’ dachte sich Angelika Liebling, als sie das kleine improvisierte Podium betrat, welches die Pfleger in der Mitte des Raumes aufgebaut hatten.

„In dem Kleid sieht die aber vielleicht fett aus“ flüsterte Hiltje Greta zu.

„Muss wohl. DU könntest die sonst auf die Entfernung nicht sehen“ flüsterte Greta zurück und fing sich dafür einen bösen Blick ein.

„Na warte, dir erhöhe ich den Einsatz für die Kokosplätzchen auf 3 Mon Cheri und 2 Tropfen in Nuss“ zischte Hiltje zurück.

Greta zog einen Schmollmund und versuchte, ganz angestrengt lauschend zu wirken. ‚Die sieht aber wirklich fett aus in dem Kleid. Ein hellblauer Traum aus Rüschen und Tüll. Unglaublich, dass die heutzutage noch so etwas verkaufen’.

Angelika Liebling hörte diese Konversation nicht. Sie war viel zu aufgeregt und der Zettel, mit ihrer kleinen Rede, flatterte in ihrer Hand.

„Liebe Insas.. ähm, Bewohner unserer schönen Ansta… ähm Residenz „Regenbogen“. Wir haben uns heute hier versammelt um, ähm, ja warum eigentlich“ angestrengt suchte sie den roten Faden in ihrem Stichpunktgewühl „ach so, ja, um mit Ihnen, liebe Bewohner und Bewohnerinnen unsere alljährliches Canastaturnier zu begehen. Ich möchte aber vorher noch eine Bekanntmachung, ähm, machen. Ingrid, Ihnen vielleicht besser bekannt als Schwester Ingrid, wird…“

Die Uhr schlug 20.15. Prime Time.

Plötzlich Stille. Finsternis. Und dann?

Nichts.

Die Maya hatten recht.

 

***

 

Ende

 

***

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